„Sicherheitsempfinden“ der Deutschen schwindet – welche Methoden des Selbstschutzes gibt es?

„Sicherheitsempfinden“ der Deutschen schwindet – welche Methoden des Selbstschutzes gibt es?

(von Niki Vogt) Die Frauen verschwinden mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben. Wir alle wissen es von Unterhaltungen im Freundeskreis, von Nachbarn, aus den Leserzuschriften, aus Umfragen. Begonnen hatte das mit dem Paukenschlag der furchtbaren, massenhaften, sexuellen Übergriffen und Brutalitäten in Köln und anderen Großstädten. Frauen fangen seitdem an, öffentliche Plätze zu meiden. Sie fahren nun lieber mit dem Auto, als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie meiden Bahnhöfe. Morgens ist es noch relativ angenehm. Dann sind dort nur Reisende und Pendler, die zur Arbeit fahren. Ja, auch dabei sind Migranten, aber das sind die, die wie wir alle arbeiten gehn und froh sind, wenn sie im Zug noch etwas schlafen können und niemanden belästigen. Ab Nachmittag bis zum Abend ändert sich das Bild. Dunkle Augen mustern einen unverhohlen unfreundlich und die in Gruppen stehenden Männer machen unzweideutige, bisweilen aggressive „Angebote“. Die meisten Reisenden richten den Blick stur geradeaus, um niemanden anzuschauen und beeilen sich, aus dem Bahnhof zu kommen. Auch in Bussen und S-Bahnen sieht man immer weniger Frauen. Zuviele machen die Erfahrung, daß sich ein Fahrgast ungebetenerweise neben sie setzt, oder gegenüber und seine Angebote aufdrängt, die Hände nicht bei sich lassen kann. Alle anderen schauen weg, es könnte Ärger geben. Kaum eine Frau geht noch abends alleine aus. Fröhliche Frauengrüppchen verkneifen sich vorsichtshalber eine lustige Kneipentour. Die Betreiber der Gaststätten, die früher von Freitagabend bis Sonntagabend die Bude gerammelt voll hatten, haben heute Probleme, weibliche Gäste zu bekommen. Einige Gastwirte haben schon zu sehr restriktiven Maßnahmen greifen müssen, um in ihrem Laden der Verhältnisse wieder Herr zu werden. Immer wieder lesen wir von Angriffen auf Frauen, in Berlin gab es Angriffe gegen Frauen mit Säure ins Gesicht. Wir wissen nicht, an welcher Ecke der nächste uns als Freiwild betrachtet oder irgendeinen verqueren Haß an der nächsten Frau austoben will. Die Kölner Bürgermeisterin Rieker empfahl nach dem Kölner „Sexmob“ den Frauen, sich gegen Angreifer zu schützen, indem sie eine Armlänge Abstand halten. Sie erntete von der erbosten Bevölkerung und den verhöhnten Opfern dafür beißenden Spott.

Die FAZ berichtet: „Öffentliche Verkehrsmittel meidet jede dritte der befragten Frauen (31 Prozent), etwas weniger als die Hälfte der Befragten (45 Prozent) hält dies seit zwei Jahren so. Dreizehn Prozent der befragten Frauen haben Reizgas in der Tasche, die Mehrheit von diesen (65 Prozent) setzt heute häufiger als vor zwei Jahren auf den Selbstschutz.“

Laut Fokus gaben 58 % der Frauen in einer Emnid-Umfrage an, daß öffentliche Orte für sie weniger sicher seien als früher. 48 % vermeiden bestimmte Gebiete in ihrem Wohnort, 16% tragen Pfefferspray bei sich. Die Stellungnahmen der befragten Frauen in diesem Artikel sind lesenswert.

Die Angriffe kommen aus heiterem Himmel. Ob München, Berlin, auf dem Weihnachtsmarkt, in irgendein Einkaufszentrum zur Stoßzeit. Sei es ein axtschwingender „minderjähriger Flüchtling“ in einer Regionalbahn, oder jemand, der einfach mit dem Messer oder einem Auto in die Stadt prescht und wahllos Leute tötet … die Deutschen und auch die friedlichen Zuwanderer leben mittlerweile in ständiger Erwartung eines Angriffes. Man lebt in dem unguten Gefühl, daß es überall jederzeit losgehen kann.

Viele Medien versuchen, das ganze herunterzuspielen und greifen zu sehr eigenwilligen Formulierungen. So schreibt der NDR: „Deutsche fühlen sich trotz Zuwanderung sicher – doch die Sorgen steigen“, und behauptet, 75% der Deutschen fühle sich „auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder in Verkehrsmitteln sicher oder sogar sehr sicher.“ Dann aber wird nach allen möglichen Windungen und Drehungen doch aufgezählt, wo und vor wem sich die Deutschen alle nicht mehr sicher fühlen. Eine Kostprobe aus dem Artikel:

„Die Sicherheit in Deutschland hat sich über Jahre kontinuierlich verbessert und ist nach wie vor auf sehr hohem Niveau„, sagt Dr. Dominic Kudlacek vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Allerdings zeigten die polizeilichen Kriminalstatistiken in den letzten Jahren eine steigende Zahl nicht-deutscher Tatverdächtiger, so Kudlacek weiter. Dieser Anstieg der erfassten Taten sei dabei in erster Linie dem Zuwachs der Bevölkerung infolge der Flüchtlingswanderungen zuzuschreiben. Jedoch falle auf, dass bestimmte Gruppen, wie z. B. die Zuwanderer aus Nordafrika (Algerien, Marokko, Tunesien), bei bestimmten Straftaten (z. B. Rohheitsdelikte, Diebstahl oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) überproportional auffällig sind.

Die im Artikel beschriebenen Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl sind deutlich: „Die Befragten geben weiter an, dass sich ihr Verhalten in den vergangenen zwei Jahren verändert hat. So vermeiden 62 Prozent aller Frauen abends bestimmte Straßen, Parks oder Plätze – ein gutes Drittel davon (36 Prozent) gibt an, dies seit zwei Jahren häufiger zu tun. Öffentliche Verkehrsmittel am Abend vermeidet jede dritte befragte Frau (31 Prozent). Annähernd die Hälfte von ihnen (45 Prozent) tut dies häufiger als vor zwei Jahren. Ein gesteigertes Bedrohungsgefühl zeigt sich vor allem daran, dass 13 Prozent aller befragten Frauen Reizgas bei sich tragen – mehr als jede zweite darunter (65 Prozent) häufiger als noch vor zwei Jahren.“

Niemand kann sich auf Dauer zu Hause einbunkern. Wir alle müssen zur Arbeit, Besorgungen machen, einkaufen, Besuche machen, verreisen. Aber da wir nicht wissen, an welchem Ort zu welcher Zeit der nächste, vielleicht sogar tödliche Angriff stattfinden wird, haben die Bürger das Bedürfnis, sich wenigstens schützen zu können. Man sollte meinen, das sei im Sinne der Allgemeinheit, da man dann zusammen auch besser attackierten Opfern helfen kann. Dem ist aber nicht so. Die staatlichen Vorschriften sind sehr streng – und sie werden nicht gerecht angewendet. Während die Angreifer kaum ernsthafte Konsequenzen zu fürchten haben und meist sehr schnell wieder auf freiem Fuß sind, haben die Bürger sofort mit harschen Strafen zu rechnen, wenn sie sich gegen einen Angriff in unerlaubter Weise wehren. Justitia ist auf einem Auge erblindet.

Was also ist als Selbstverteidigung erlaubt? Was effektiv?

Reizgas- und Pfefferspray Eines der einfachsten und beliebtesten Mittel ist ein Spräydöschen mit Reizgas. Es ist preiswert, handlich, leicht und kann in der Mantel- oder Jackentasche unauffälig mitgeführt werden. Man hat es sofort in der Hand und einsatzbereit. Befüllt sind die Döschen entweder mit Tränengas oder einer Pfefferextrakte enthaltenden Flüssigkeit. Hier gibt es aber Verschiedenes zu beachten!

Zuerst einmal wirken die Spraydosen nur auf ganz kurze Entfernung, unter zwei Metern. Damit ist auch die unmittelbare Nähe und Bedrohung gegeben, die zur Notwehr berechtigt. Trotz Angst und Panik muß man beim Einsatz dieser Spraydosen darauf achten, daß man nicht gegen den Wind sprüht. Sonst weht einem das Abwehrmittel selbst ins Gesicht und man wird außer Gefecht gesetzt und vollkommen wehrlos.

Um sich wirksam mit einem solchen Spray zu schützen, sollte man das Döschen auch sicher griffbereit haben. Muß man im Ernstfall  die Taschen danach durchwühlen, ist es zu spät. Es sollte aber nicht für jemand anders sichtbar sein, denn sonst könnte der Täter es entdecken, dem Opfer entwenden und es gegen das Opfer einsetzen. Es gilt in jedem Fall, eine Konfrontation mit dem Täter zu vermeiden, wenn das möglich ist. Muß man das Spray einsetzen, dann soll man nicht das Spray mit ausgestrecktem Arm dem Täter entgegenhalten, zu leicht kann er es aus der Hand reißen und gegen das Opfer einsetzen. Sicherer ist es, das Spray dicht am Oberkörper zu halten (aber nicht vor das eigene Gesicht! Kontakt mit dem Gas möglich!) und mit der anderen Hand den Täter für die Sekunden auf Abstand zu halten, die es braucht auf den Sprühknopf zu drücken. Man sprüht den Reizstoff auf das Gesicht des Angreifers. An Kleidung oder Händen des Täters kann der Reizstoff keine Wirkung entfalten.

Tränengas oder auch CS-Gas ist eine Chemikalie, die die Atemwege angreift. Es wirkt nicht so schnell, wie Pfefferspray, kann aber zu gefährlichen Allergien führen. Und es hat einen erheblichen Unsicherheitsfaktor. 20% der Menschen reagiert gar nicht auf das Tränengas. Insbesondere Betrunkene lassen sich zum Teil davon nicht aufhalten. Für den Anwender ist das aber der Supergau, denn es kann passieren, daß man selbst durch das Tränengas in Atemnot kommt und fast blind ist, während der Angreifer kaum dadurch behindert wird.

Anders ist es beim Pfefferspray. Es enthält einen Wirkstoff aus dem Chilistrauch (Capsaicin), der sofort seine Wirkung entfaltet. Wer schon einmal beim Kochen eine Chilischote kleingeschnitten hat, und dann aus Versehen mit den Fingern an den Mund, in die Nase oder an die Augen gekommen ist weiß, wie teuflisch dieser Wirkstoff schmerzt und wie lange das noch nachbrennt. Die Sprays enthalten einen in Alkohol gelösten Extrakt aus Cayenne-Pfeffer und Chilis. Bei dem, der damit besprüht wird, brennen dann die Atemwege, die Augen, Mund und Nase. Es kann auch zu Panik, Orientierungslosigkeit und Schock führen. Der Angreifer ist ersteinmal kampfunfähig. Dennoch sind weniger gefährliche Nebenwirkungen für den Betroffenen zu befürchten.

Diese Spraydosen sind frei verkäuflich. Man braucht keinen Waffenschein, um sie zu erwerben. Tränengas ist zur Selbstverteidigung gegen Menschen zugelassen, hat aber die oben genannten Risiken.

Pfefferspray ist zwar frei verkäuflich, darf aber nur zur Tierabwehr eingesetzt werden. Das muß auch auf der Dose stehen. Wer Pfefferspray einfach so einsetzt, verstößt gegen das Waffengesetz. Das kann mit Geldstrafe oder Haftstrafe geahndet werden. Wer Pfefferspray als Angriffswaffe einsetzt, macht sich wegen gefährlicher Körperverletzung strafbar. Das kann sogar mehrere Jahre Gefängnis nach sich ziehen. Im Falle der Notwehr darf es aber auch gegen Menschen eingesetzt werden. Es muß sich aber um eine echte Notwehrsituation handeln und der Einsatz muß „verhältnismäßig“ sein. In dem Moment, wo der Angreifer abläßt oder schon kampfunfähig ist, darf man nicht noch einmal nachsetzen und nocheinmal eine kräftige Ladung hinterhersprühen. Sobald der Angreifer von einem abläßt, sollte man schnellstens fliehen und in Sicherheit bringen.

PfefferpistolePefferpistole Eine Weiterentwicklung des Spraydöschens ist eine Art Pfefferpistole. Mit dem vertrauenerweckend klingenden „Guardian Angel“ (Schutzengel) hat man ein recht handliches Gerät mit zwei Druckladungen Pfefferflüssigkeit. Seine hohe Abschußgeschwindigkeit von bis zu 180 km/h verhindert jede Ablenkung durch Seitenwind. Das Abschußgerät ermöglicht eine viel genauere Zielsicherheit, und da es einen scharfen, gebündelten Strahl mit hoher Geschwindigkeit abschießt, ist die Gefahr für den Anwender, durch Gegenwind selbst in Kontakt mit dem Reizmittel zu kommen, so gut wie ausgeschlossen. Das Griffstück gibt sicheren Halt. Die Reichweite ist auch höher als bei den Spraydöschen, die erst unter zwei Metern Abstand wirklich sicher Wirkung zeigen. Mit dieser Pfefferpistole kann man zwei Ladungen direkt hintereinander zielgenau verschießen.

Elektroschocker

 

Elektroschokker , Gürtelclip

Elektroschokker mit Gürtelclip

 

Kommt der Angreifer bereits auf Tuchfühlung oder überrascht er sein Opfer durch plötzliches Zupacken am Arm, kann man ihm recht gut mit einem Elektroschocker entkommen. Vorausgesetzt, man hat diesen sofort griffbereit und einen Arm frei, ihn auch aus der Manteltasche oder Tasche zu ziehen. Das Gerät kann sogar dosiert eingesetzt werden. Ein Stromschlag mit einem Spannungsaufbau von 500.000 Volt für ein bis zwei Sekunden erzeugt bei dem Angreifer einen Muskelkrampf und Schrecken. Er wird daher loslassen und taumeln. Gelegenheit, Abstand zu gewinnen, möglicherweise zu fliehen. Ein Stromschlag von 2-3 Sekunden versetzt dem Täter einen mittelschweren Schlag, der einen Schock verursacht, den Angreifer vollkommen durcheinanderbringt und wahrscheinlich stürzen läßt. Achtung: Die Angreifer kann aber sofort wieder aufstehen. Dennoch ist er ersteinmal aus dem Gleichgewicht und ordentlich erschreckt und man selbst ist freigekommen. Sollte der Angreifer eine erneute Attacke starten, kann man einen weiteren Stromschlag geben oder andere Mittel einsetzen. Ein Stromschlag von 4-5 Sekunden führt beim Angreifer zu Desorientierung und einem minutenlangen Schock, er ist nicht mehr kampffähig und man kann entkommen. Gute Elektroschocker wie dieser haben überdies noch einen Sicherungsstift. Reißt Ihnen jemand das Gerät aus der Hand, wird der Sicherungsstift herausgezogen und der Schocker funktioniert nicht. Steckt man den Stift wieder hinein, funktioniert er wieder. Wegen gesetzlicher Vorschriften schaltet sich das Gerät nach 10 Sekunden Stromstoß von selber ab, weil es sonst zu gefährlich wird und der Angreifer ernsthafte Schädigungen davontragen könnte.  Der Einsatz eines Elektroschockers soll ja „verhältnismäßig“ sein, und in Notwehr den Angriff abwehren und dem Opfer sie Möglichkeit geben, sich in Sicherheit zu bringen. Ein 10-Sekunden Stromstoß ist allerdings schon sehr harter Tobak. Man kann nach zwei Sekunden Loslassen und Wiederbetätigen der Taste erneut einen Stromstoß anbringen. Das sollte aber nach 10 Sekunden sicher nicht nötig sein. Und noch einmal: Läßt der Angreifer ab, muß man sich in Sicherheit bringen. Eine unnötige, weitere Schädigung des Angreifers, wenn sie nicht mehr direkte Notwehr ist, ist nicht erlaubt.

Ein Elektroschocker funktioniert, indem er zuerst durch Induktion eine sehr hohe Spannung zwischen den zwei Spitzen erzeugt. Dabei fließt noch kein Strom. Ist die maximale Spannung erreicht (das geht sehr schnell), durchschlägt der Funke die Kleidung des Angreifers oder das Fell eines Tieres, in das man den Schocker drückt –  und in diesem Moment ist der Stromkreis geschlossen und der Strom fließt. Die Geräte beschränken die Stromstärke, die auf den Körper des Täters einwirkt, aber auf maximal 0,5 Milliampere. Denn Nerven und Muskeln im Stromweg reagieren bereits heftig ab wenigen Mikrovolt. Die Nerven, die ihre Signale nicht mehr weitergeben können, werden vollkommen überlastet und „schalten ab“. Das sensorische und motorische Nervensystem des Körpers wird lahmgelegt, die Muskulatur paralysiert. Um ein solches Gerät tragen zu dürfen, muß es ein PTB-Siegel (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) tragen.

Schreckschußpistolen, Gaspistolen Um solche Waffen „führen“, also mit sich tragen zu dürfen, ist der „Kleine Waffenschein“ Voraussetzung. Ist man nicht vorbestraft, über 18 Jahre alt und bestehen keine Zweifel, daß man die Waffe körperlich und geistig zu führen in der Lage ist, kann jeder so einen kleinen Waffenschein beantragen. Das macht man bei Kreisverwaltungen, der Polizei oder Landratsämtern. Nach einigen Wochen holt man sich den fertig ausgestellten Kleinen Waffenschein ab. Meist gegen eine Gebühr von ca 50 Euro. Bei Menschenansammlungen darf man wegen der panikerzeugenden Wirkung eines Schusses auch mit Kleinem Waffenschein keine Schreckschußpistole mit sich führen.

Mit einer Schreckschußpistole kann man niemanden töten. Doch der Gegenüber kann, wenn er nicht ein absoluter Kenner ist, nicht unterscheiden, ob es eine echte Schußwaffe ist oder nicht. Der Knall hört sich genauso an. Da dem erschrockenen Angreifer wenig Möglichkeiten bleiben, gefahrlos zu prüfen, ob das eine echte, scharfe Waffe ist, wird er mit ziemlicher Sicherheit das Weite suchen. Sollte man es dummerweise mit einem vollkommen kaltblütigen Täter zu tun haben, der es darauf ankommen läßt, hat man allerdings verloren. Im Normalfall kann man sich mit einer solchen Waffe auch eine ganze Gruppe Angreifer vom Leib halten, wenn man überzeugend auftritt und den Eindruck erweckt, daß der erste, der einen Angriff wagt auch den ersten Schuß abbekommt. Außerdem kann man einige Typen solcher Waffen auch mit CS-Gaspatronen beladen. Damit nebelt man den oder die Angreifer in eine Gaswolke ein, was diesen relativ schnell die Lust an weitere Aktivitäten nimmt. Es gibt auch Pfefferpatronen für diese Waffen. Erfahrene Trainer raten, das Magazin erst mit 2 CS-Gaspatronen zu laden (die zur Selbstverteidigung gegen Menschen grundsätzlich zugelassen sind) und den Rest des Magazins mit Pfefferspraypatronen zu füllen. Lassen sich Angreifer vom CS-Gasnebel nicht stoppen, kommen in Notwehr die Pfefferpatronen zum Zug.

Der laute Schuß dieser Waffen ist gleichzeitig ein Vor- und Nachteil. Die Menschen werden aufmerksam. Wenn man Glück hat, eilen sie herbei und die Polizei kommt sehr schnell. Wenn man Pech hat, kommen die Spießgesellen des Täters ihm zur Hilfe und man sitzt erst recht in der Tinte.

Alarm PuschelAlarme In Situationen, wo es sinnvoll ist, lautstark auf sich aufmerksam zu machen, ist ein Alarm sinnvoll. Man kann so etwas zum Beispiel sehr effizient mit einer einfachen Trillerpfeife machen. Die sollte man dann allerdings schon sofort griffbereit haben.  Sie um den Hals zu hängen ist keine gute Idee, der Täter kann einen an diesem Halsband packen und zu Boden reißen oder den Hals zuschnüren. Es gibt sehr unauffällige, sehr laute Alarme, die als Schlüsselanhänger oder Accessoire getragen werden. Zum Beispiel am Rucksack seitwärts oder am Riemen einer Handtsche oder an der Gürtelschlaufe der Jeans. Der Alarm Puschel sieht vollkommen harmlos aus, zieht man aber die Kette heraus, gibt das kuschelige Bällchen einen 120 Dezibel lauten Alarm von sich, der im weiten Umkreis deutlich hörbar ist und die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Ist man nicht unterwegs, kann man ihn mit einem kleinen Kippschalter ausstellen, um Fehlalarme zu vermeiden.

 

Selbstverteidigungsschirm Es gibt Regenschirme, die als solche untadelig ihren Dienst tun, im Falle eines Angriffes aber eine Überraschung für den Täter sind. Die sehr stabilen Stöcke, die in diesen Schirmen verbaut sind, fungieren als Abwehrwaffe. Man kann damit sehr effektiv zuschlagen und Tritte oder Schläge abwehren. Da der Angreifer nicht mit einer Regenschirmwaffe rechnet, hat man Überraschungsmoment auf seiner Seite. Die Schirme sind mit einer Stahlspitze ausgestattet, so daß sie auch als Stichwaffe dienen können. Der gebogene Griff kann eingesetzt werden, um dem Angreifer ein Bein wegzureißen und ihn zu Fall zu bringen. 

Der Vorteil: Es gibt nirgendwo rechtliche Einschränkungen zum Tragen dieser Waffe. Man kann sie überall hin mitnehmen, ins Flugzeug, Theater, öffentliche Verkehrsmittel und auch über Grenzen. Und niemand vermutet dahinter eine höchst wirksame Waffe.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz des Schirmes ist aber ein gewisses Training, Unerschrockenheit, Beweglichkeit und schnelle Reaktion. Man muß solche Situationen, wie sie in den Videos gezeigt werden, auch üben. Für ängstliche, ältere und unbewegliche Personen ist das keine Lösung. In diesen Videos wird gezeigt, wie man den Schirm einsetzt:

Für sehr wehrhafte und körperlich fitte Personen ist das Ding allerdings eine ganz ausgezeichnete Waffe, sogar bei Messerangriffen:

Schleudern, Zwyllen schleuderDavid brachte Goliath mit einer Steinschleuder zu Fall. Schleudern oder auch Zwyllen sind ebenfalls frei verkäuflich und können sehr effektive Waffen sein. Aber sie erfordern Übung, um damit genau zu zielen. Wer daran Spaß hat, mit einer guten und praktisch unkaputtbaren Sportschleuder zu trainieren, kann sich damit auch ernsthaft zur Wehr setzen. Mit Stahlkugeln bestückt kann die Schleuder bei Zielgenauem Einsatz einen Angreifer schnell von den Vorteilen einer Flucht überzeugen.

Nachteil: Man hat die Schleuder nicht immer gleich zur Hand. Sie kann sich in der Hosen- oder Manteltasche verkeilen. Und man muß den Stein oder die Stahlkugel erst einlegen und spannen. Nur nervenstarken und geübten Schützen wird das im Notfall gelingen. Im Gegensatz zu anderen Schleudern hat sie im Griff ein Kugelmagazin, damit man sehr schnell die nächste Stahlkugel einlegen kann.

Eine kleine, praktische Abwandlung davon ist die Taschenschleuder. Sie sieht zugegebenermaßen nicht beeindruckend aus, hat aber eine erstaunlich hohe Durchschlagskraft. Die MaßeTaschenschleudersind mit nicht einmal 6 x 2 cm sehr klein, so daß man sie gut in die Tasche stecken kann. Es gibt keine Griffe oder hakeligen Teile, die sich in der Tasche querstellen können, so daß man die Schleuder schnell genug herausbekommt. Mit dem höchst simplen Gerät kann man Kugeln, Steine und Pfeile verschießen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Schleuder muß man die Kugel oder das Geschoß nicht vorsichtig in dem Lederstück zwischen die Gummis plazieren um dann die Gummis zu spannen. Man läßt das Geschoß einfach in die Gummitüte fallen, packt es und zieht die Schleuder auf.

Sie ist auch wider Erwarten recht zielgenau. Kurz: Man traut es der seltsamen Gummitüte gar nicht zu, welche Wucht und Exaktheit sie an den Tag legt. Mit den Stahlkugeln hat sie eine bemerkenswerte Durchschlagskraft bis zu 20 Metern. Die Geschosse erreichen eine Geschwindigkeit von 350 km/h oder einen Energiewert von 12 Joule. Das entsprich der vierfachen Geschossenergie einer normalen Steinschleuder. Luftdruckwaffen dürfen laut geltendem Waffenrecht maximal 7,5 Joule Energiewert haben und nur sehr viel kleinere Projektile verschießen. Eine 8 mm Stahlkugel, die mit 12 Joule auftrifft, stellt ein Luftgewehr weit in den Schatten.

Auch für dieses böse, kleine Ding gibt es keinerlei gesetzliche Beschränkungen oder Vorschriften. Man kann es überall mit hin nehmen und im Prinzip alles damit verschießen. Niemand würde dieses Gummitütchen für eine hocheffektive Schußwaffe halten. Es besteht aus faserverstärktem Kunststoff und hochwertigem Latex, es gibt keine Metallteile daran. Das Pfeilzubehör muß man sich extra dazu kaufen. Hier ein Video dazu. Diese Taschenschleudern sind in den Staaten sehr beliebt.

Es gibt also eine ganze Menge Möglichkeiten, sich zu verteidigen. Jeder sollte sich überlegen, was am besten zu ihm paßt. Wer kräftig und trainiert ist, hat natürlich andere Möglichkeiten als jemand, der körperlich nicht wehrhaft ist. Aber auch für Untrainierte empfiehlt sich ein Selbstverteidigungskurs. Diese Trainings und Kurse schießen überall wie Pilze aus dem Boden. Auch das ist dem sinkenden Sicherheitsgefühl der Bevölkerung geschuldet. Wenn man dort auch nicht gerade zum Ninja wird: Das Training bereitet seelisch und körperlich auf solche Notwehrsituationen vor und man steht nicht völlig schockiert und gelähmt da und wird zum Opfer, ohne einen Gedanken an Verteidigung gefaßt zu haben. Man hat die Bewegungen geübt, man reagiert, und schon allein das bringt den Angreifer aus dem Konzept.

Wenn man weiß, daß es sinnlos ist, mit den Händen einen Würgegriff sprengen zu wollen, sondern sofort mit den Daumen die Augen des Angreifers attackiert, kommt man in Sekunden frei und kann den Überraschungsmoment nutzen. Der Täter hat dann genug mit seinen wild schmerzenden Augen zu tun und wird Panik bekommen – und man kann fliehen. Ebenso wenig Erfolg bringt ein Sich-winden, wenn man in den Schwitzkasten genommen wird. Ein beherzter, gezielter, fester Tritt auf die Zehen des Angreifes ist da schon aussichtsreicher. Und wenn man loskommt, noch ein Tritt in zwischen die Beine in die Kronjuwelen.

Die allerbeste Selbstverteidigung ist natürlich zu vermeiden, in eine solche Situation zu kommen. Aber da wären wir wieder bei dem Thema, den öffentlichen Raum aufzugeben.

Daher zum Abschluß noch die zehn Grundregeln, sich vor potentiellen Angreifern zu schützen:

  1. Kenne Deine Wege: kenne Dich gut aus auf den Wegen und Straßen, die Du üblicherweise gehst. Das heißt, Du mußt wissen, wo die Stellen sind, an denen sich Angreifer verstecken könnten und gehe in weitem Bogen drumherum oder suche einen anderen Weg. Gehe nicht auf uneinsehbaren Wegen. Nehme keine Abkürzungen, auf denen Du Dich nicht sehr gut auskennst. Vermeide Stellen, an denen man Dich in die Enge treiben kann.
  2. Stelle sicher, daß jemand weiß, wo Du bist und wann Du zurück sein wirst. Und daß derjenige für Dich per Telefon jederzeit ereichbar ist, bis Du sicher angekommen bist. Weiche nicht ohne Not von dem Weg ab, auf dem er Dich vermutet.
  3. Bewege Dich selbstbewußt. Angreifer sind wie Raubtiere. Sie suchen sich die Schwächsten aus. Gehe zielgerichtet und entschlossen und behalte Deine Umgebung im Auge, damit Du nicht überrascht werden kannst.
  4. Vertraue Deinen Instinkten. Wenn Du das Gefühl hast, verfolgt zu werden oder jemand ständig nahe um Dich herum ist und Du hast ein schlechtes Gefühl, gehe unverzüglich irgendwohin unter Menschen und rufe jemanden an, Dich abzuholen. Angreifer umkreisen ihr Opfer oft eine Weile, um es einschätzen zu können, bis sie sich entschließen, zuzuschlagen.
  5. Ändere Deine Gewohnheiten immer wieder und gehe nicht immer zur selben Zeit denselben Weg. Hole zum Beispiel nicht jeden Dienstagabend an demselben Geldautomaten Geld.
  6. Nimm Dinge mit, mit denen Du Lärm machen kannst. Trillerpfeifen, Taschenalarm etc. Die haben eine größere Reichweite als Dein Hilfeschrei. Außerdem kann ein Angreifer Dir den Mund zuhalten, einen Taschenalarm bekommt er nicht so schnell zum Schweigen und er wird sich kaum Zeit nehmen, dessen Funktion zu studieren. Wenn Du schreist, dann schreie „Feuer!“, denn dann kommen die Leute gerannt. Schreist Du „Hilfe!“, bringen sie sich in Sicherheit.
  7. Habe Mittel zur Selbstverteidigung dabei, und habe sie schon direkt an der Hand. Du hast keine Zeit in deinen Taschen zu suchen, wenn Du es brauchst. Ein spitzer Kugelschreiber in der Hand ist hilfreicher, als eine Pistole unten in der Handtasche.
  8. Kenne die verwundbaren Stellen des Angreifers: Schlage nicht blindwütig um Dich, wenn Du festgehalten wirst und zapple nicht sinnlos herum, das vergeudet Deine Kraft und die Panik in Dir wächst. Überlege, welche empfindliche Stelle für Dich ereichbar ist: Augen, Ohren, Kehle, Leistengegend (männliche Geschlechtsteile), Knie, kräftig auf die Füße treten – all diese Stellen kannst Du gezielt attackieren und, sobald er Dich losläßt, nocheinmal gezielt zuschlagen und fliehen.

 

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