Zivilschutz in Deutschland

Geposted von Elisabeth Spannbauer am

Zivilschutz in Deutschland 

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat Europa ein tändig erweiterndes System der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einheit entwickelt. Diese Entwicklung in Form der Europäischen Union hat zu der friedlichsten Zeit in der Geschichte Europas geführt. Während es sicherlich andere Probleme im Zusammenhang mit dieser Entwicklung gab, bedeutete die Abwesenheit von Krieg lang anhaltende Stabilität und Frieden. Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Krieg jedoch erneut die Grenzen Europas erreicht. Die Invasion der Ukraine durch russische Streitkräfte hat die Illusion zerstört, dass Krieg und Konflikt nur ein Überbleibsel der Vergangenheit sind. Dies wirft erneut die Frage auf, wie die Bundesbürger auf den Fall einer Großkatastrophe vorbereitet sind. Der Schutz der Bevölkerung in einem solchen Fall obliegt dem Zivilschutz. Dies umfasst alle nichtmilitärischen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und des Schutzes im unwahrscheinlichen Fall von Konflikten oder Katastrophen. An der Bereitschaft des deutschen Zivilschutzes lassen sich aufgrund anderer, neuerer Beispiele Zweifel anstellen. Die Covid-19-Epidemie hat gezeigt, dass Lieferengpässe in Supermärkten nicht immer verhindert werden können. Das Hochwasser in Westdeutschland im Juli 2021 hat leider auch sehr deutlich gemacht, dass die staatlichen Stellen weder vorbereitet sind, noch die Ressourcen haben, um die Deutschen im schlimmsten Fall zu schützen. Daher wird in diesem Artikel untersucht, inwieweit die Bundesregierung in der Lage ist, ihre Bürger zu schützen und was jeder einzelne Deutsche tun muss, um unabhängig von der Regierung für seine eigene Sicherheit zu sorgen. Ein Vergleich mit anderen Ländern macht deutlich, dass Deutschland in vielerlei Hinsicht auf Katastrophen großen Ausmaßes unvorbereitet ist und jeder Einzelne ein Bewusstsein für die Wahrung seiner eigenen Sicherheit schaffen muss. 

Dieser Artikel basiert auf dem Video „Angst vor Krieg und Katastrophen - Bunker gesucht!“ Durch das MDR Investigativ (den Link finden Sie unten). Dieses Video konzentrierte sich auf die Hinterlassenschaften von Bunkern, die immer noch über ganz Deutschland verteilt sind, aber nicht mehr genutzt werden.

 

  

Es stellte sich die Frage, ob diese Anlagen weiterhin unterhalten und für den Bevölkerungsschutz genutzt werden könnten. Nach Angaben des deutschen Innenministeriums sind Menge, Lage und aktueller Zustand dieser Anlagen völlig unbekannt. Darüber hinaus verfügt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nur über einen Bruchteil an intakten Notfallräumen, die im Notfall genutzt werden könnten. Diese sind auf U-Bahn-Stationen und andere öffentliche Gebäude beschränkt, die nur eine begrenzte Anzahl von Menschen für eine sehr begrenzte Zeit aufnehmen können. Schätzungen zufolge könnten nur 3 % der Bevölkerung durch diese Einrichtungen geschützt werden. Im Gegensatz dazu hält die Schweiz seit Jahrzehnten eine Quote von über 100 % Schutz Ihrer Bevölkerung. Dies ergab sich aus Gesetzen, die bei jedem Neubauprojekt einen Schutzplatz vorschrieben. Andere Länder wie zum Beispiel die Vereinigten Staaten haben aufgrund der Häufigkeit von Naturkatastrophen (wie Hurrikans und Erdbeben) eine Kultur des Schutzplatzes und der Notfallbereitschaft. Das bereits erwähnte Hochwasser in Deutschland zeigt, dass eine solche Denkweise auch hierzulande notwendig ist. Andere europäische Länder haben solche Bedrohungen auch erkannt. Finnland zum Beispiel hat ein ganzes Netz von unterirdischen Räumen errichtet, die an die öffentliche Infrastruktur angeschlossen sind, die einen Großteil der Bevölkerung selbst im Falle einer nuklearen Katastrophe schützen könnte. Israel ist ein weiteres Beispiel, auf das man schauen sollte. Der Rambam Health Care Campus war ein Schutzplatz, der umgebaut wurde, um Patienten aufzunehmen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, was in Deutschland auf dem Höhepunkt der Epidemie eindeutig fehlte. 

In den letzten Jahrzehnten wurde durch immer stärkere Verbindungen zu europäischen Institutionen und der NATO die Notwendigkeit der Konflikt- und Katastrophenvorsorge in Deutschland vernachlässigt. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Leitungsgremien den aktuellen Zustand bestehender Schutzplätze neu bewerten und diesbezüglich eine breitere Infrastruktur entwickeln. Es macht auch deutlich, dass es für jeden Bundesbürger notwendig ist, über grundlegende Maßnahmen zu verfügen, um seine eigene Sicherheit im Fall der Fälle zu gewährleisten. Unterkunft, Nahrung und Wasserversorgung sollten für jeden Haushalt ein Anliegen sein. Nur durch eine zunehmende Bereitschaft der Regierung und der Bevölkerung kann dauerhafte Sicherheit gewährleistet werden. Lesen Sie hierzu nach was das Bundesamt fuer Bevoelkerungsschutz und Katastrophenhilfe dazu zu sagen hat: 

https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Fuer-alle-Faelle-vorbereitet/Kampagne-Neuigkeiten/erklaervideo-bevoelkerungsschutz.html;jsessionid=3FB176AF2A01A790CBE5B1CD3A344B63.live362?nn=71802

 

Autor dieses Artikels: Jannic Spannbauer

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